eMio vs. coup – elektrisch durch die Stadt düsen. Ein Test.


Wer gewinnt das Rennen: Platzhirsch eMio oder Neueinsteiger coup?

Die knallroten Roller im Retrolook von eMio sind seit Frühjahr 2015 in Berlin unterwegs und waren lange Zeit das einzige Sharing-Angebot für eScooter. Vollkommen klar, dass hier der ein oder andere Herausforderer an den Start gehen würde. Seit diesem Sommer ist es soweit: in der ganzen Stadt haben sich die schwarzen eScooter von coup breit gemacht. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, mit welchem Roller kann man besser cruisen, worin liegen die Unterschiede zwischen beiden Anbietern und wie teuer wird die Stadtrundfahrt? Wir haben das Angebot für Euch getestet.

eMio vs. Coup - Test der Plattformen

Die Anmeldung

Bevor man sich einen Roller ausleihen kann, muss man sich registrieren. Das geht bei eMio sowohl über die App als auch über das Web, während man bei Coup lediglich die App nutzen kann. Nach der vollständigen Eingabe muss man sich bei beiden authentifizieren, das funktioniert unkompliziert via Video-Chat. Der größte Unterschied bei der Registrierung ist, dass man bei eMio eine einmalige Anmeldegebühr bezahlen muss, die bei coup (zurzeit) nicht anfällt. Man kann zwischen zwei Paketen wählen: entweder 14,- Euro und 25 Freiminuten, oder 19,- Euro und 100 Freiminuten.

Die App

Kaum zu glauben, aber es gibt für coup keine Android-App. eMio bietet dagegen sowohl eine App für Android als auch für iOS an. Die iOS-Apps unterscheiden sich nur minimal, zum Beispiel ist bei coup der Ladezustand des Rollers auf einen Blick zu erkennen, während bei eMio dafür einen Klick mehr erforderlich ist. Insgesamt geht der Buchungsprozess beim Herausforderer coup etwas schneller von statten. Auch bei der Lokalisierung der eScooter und beim losfahren hat eMio das Nachsehen.

Das Abrechnungsmodell

Hier findet sich der gravierendste Unterschied zwischen den beiden. Platzhirsch eMio bietet seinen Kunden eine Abrechnung pro Minute (19 Cent) oder pro angefangen Kilometer (59 Cent) an und wählt automatisch das günstigere Modell. coup stellt dagegen für die erste halbe Stunde drei Euro in Rechnung und danach kann man für einen Euro die Fahrt um zehn Minuten verlängern. Im direkten Vergleich kommen wir zu dem Schluss, dass sich eMio für kurze Fahrten besser eignet, während man mit coup auf der sicheren Seiten ist, wenn vorauszusehen ist, dass die Fahrt ein bisschen Fahrt dauern wird (z.B. im Berufsverkehr).

Die Ausstattung

Nicht nur im Aussehen unterscheiden sich beide eScooter, sondern auch in der Anzahl der angebotenen Helme. Bei eMio stehen zwei Helme in unterschiedlicher Größe (S + L) zur Verfügung, die sogar mit einem Visier ausgestattet sind – klarer Vorteil, nicht nur jetzt im Herbst. coup bietet seinen Nutzern dagegen leider nur einen Helm, zu zweit fahren kann man sich also abschminken. Schade. Übrigens ist man bei beiden gut versichert, einen Selbstbehalt (max. 150€) gibt es trotzdem.

Die Verfügbarkeit

Die Flotte beider Anbieter ist ungefähr gleich groß und soll Schritt für Schritt ausgebaut werden. eMio verspricht die Flotte im Frühjahr zu verdoppeln und coup strebt an, bis zu 1000 eScooter in der Stadt zu verteilen. Unserem Eindruck nach sind zurzeit die Roller von coup öfter verfügbar. Das liegt vermutlich nicht nur daran, dass eMio zurzeit noch bekannter ist und damit nachgefragter, sondern vor allem daran, dass das Geschäftsgebiet deutlich größer ist. Der Akku-Tausch funktioniert bei beiden Anbietern ähnlich gut (ein Mitarbeiter wechselt diese aus, sobald sie leer sind).

Unser Fazit

Sharing-Angebote entsprechen dem Zeitgeist, ein mit Strom betriebener eScooter gleich doppelt. Beide Anbieter überzeugen mit einem gelungen Konzept, das eine Menge Fahrspaß garantiert und Dich dabei auch noch günstiger von A nach B bringt als DriveNow, car2go & Co. Allerdings sollte Platzhirsch eMio dringend seine Flotte erweitern, insbesondere am Rand des Geschäftsgebiets ist es eine mühsame Angelegenheit einen Roller zu ergattern. coup sollte mit dem Ausbau der Flotte ebenfalls zügig voranschreiten, aber vor allem dringend eine Android-App veröffentlichen. Außerdem sollte der Emporkömmling sein Geschäftsgebiet erweitern, damit noch mehr Menschen in den Genuss eines Elektrorollers kommen können.

Wir werden den Markt weiter für Euch beobachten und augenblicklich berichten, falls ein neuer Anbieter versucht Fuß zu fassen.


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