KidPick-Gründerin Anna träumt vom „digitalen Dorfplatz“ und erklärt wie ihre App dazu beiträgt


Gründerin im Gespräch

Alle paar Wochen stellen wir euch im Interview des Monats einen der zahlreichen Services näher vor. Diesmal haben wir mit Anna von KidPick gesprochen. Die App richtet sich an alle Eltern und Großeltern, die sich in der gemeinsamen Kinderbetreuung gegenseitig unterstützen möchten. Und das kurzfristig, unkompliziert und ohne langes herumtelefonieren.

KidPick ist die perfekte App für gestresste Eltern.

Foto © KidPick

Anna, du hattest die Idee zu KidPick. Erzähle uns doch ein bisschen wie es dazu kam. Wie lange hat die Umsetzung vom ersten Entwurf bis zum fertigen Produkt gedauert?

Vor drei Jahren habe ich Vollzeit in einer Agentur auf der anderen Seite der Stadt gearbeitet. Es klappte manchmal nicht, rechtzeitig von der Arbeit loszukommen, um unseren Sohn pünktlich von der Kita abzuholen. Dann war es nötig, schnell einen Ersatzabholer zu finden. Das Herumtelefonieren, das SMS-schreiben und auf eine Antwort warten nahm viel Zeit und Aufwand in Anspruch. Oft hatte ich dann zwar mit vielen kommuniziert, aber trotzdem keinen Ersatzabholer gefunden. Damals dachte ich, es muss ein Tool entwickelt werden, das es ermöglicht kurzfristig alle Ersatzabholer gleichzeitig zu erreichen. 2014 habe ich mich dann an die Umsetzung von KidPick gesetzt. Im August 2015 ist die iOS App im Appstore gelauncht, im Februar 2016 folgte der Start der Android-App im Google Play Store.

KidPick soll die Organisation zwischen Eltern erleichtern. Was sind die Vorteile deiner App im Vergleich zu einer stinknormalen WhatsApp-Gruppe?

Das Hin-und-Her eines ellenlangen Whatsapp-Threads fällt weg. Ich stelle eine Anfrage oder ein Angebot für Abhol- oder Spieltermine und bekomme eine Antwort. So sind Zeitraum und Ort des Termins im Handumdrehen geklärt und der Termin kann bei allen Betroffenen in den geräteeigenen Kalender übernommen werden. Es bleibt lediglich Platz für eine kurze zusätzliche Nachricht, wie „Bitte an den Turnbeutel denken“ oder ähnliches.

Ein weiteres Argument, das gegen WhatsApp spricht, Kinder-relevante Termine über einen Chat zu vereinbaren, sind die fehlenden deutschen Datenschutzbestimmungen. Die Daten, die ich bei WhatsApp preisgebe, werden durch Dritte genutzt. Im Falle meiner Kinder bin ich da vorsichtig. Die KidPick-App verwendet alle aktuellen Sicherheitsstandards, gibt die Daten nicht an Dritte weiter und unterliegt dem deutschen Datenschutzrecht. Mit anderen Worten: Ein völlig anderes Sicherheitsgefühl.

Vielleicht haben noch nicht alle von KidPick gehört, oder die App installiert. Funktioniert die Kommunikation auch in diesem Fall und wenn ja wie? Gerade in Notfällen muss hier alles reibungslos klappen.

KidPick Gründerin Anna in der Gründungszeit.
KidPick Gründerin Anna, Foto © KidPick

Dadurch, dass einer anfängt, seinen Freundeskreis  beziehungsweise alle Kinder-relevanten Kontakte (auch Großeltern, Babysitter, befreundete und bekannte Eltern) einzuladen und hinzuzufügen, geht das Nutzerwachstum organisch. Die App versendet (bisher) jedoch keine SMS an Kontakte, die die App nicht haben.

Auf digitalltag präsentieren wir Services und Apps, die unser Leben vereinfachen. Inwiefern wird KidPick diesem Anspruch gerecht und warum sollte die App auf keinem Smartphone fehlen?

Die App richtet sich an Eltern und die Betreuer der Kinder. Als Eltern hat man oft die gleichen Wege, Zuhause – Kita – Spielplatz – Einkaufen – Zuhause, da macht es auch nichts, wenn man ein oder zwei weitere Kinder mitnimmt. Auch Fahrgemeinschaften zu den Freizeitaktivitäten der Kinder sind leichter zu stemmen, wenn Eltern sich abwechseln. Es ist ein Geben und Nehmen, mal werde ich entlastet, mal entlaste ich andere Eltern.

Meine Vision ist der „digitale Dorfplatz“: Ein zusammengewürfeltes soziales Miteinander, das im Alltagsumfeld ohnehin besteht, sich gegenseitig unterstützt und ergänzt wird mit Hilfe von digitalen Tools – wie zum Beispiel von KidPick. Außerdem erweitert das auch den Horizont der Kinder, weil sie nicht nur das eigene Umfeld, sondern auch das der Freunde besser kennenlernen. Auf keinem Smartphone sollte KidPick fehlen, weil die App natürlich auch prima ist, um sich zu verabreden und sich damit allgemein für jeden Freundeskreis eignet.

Auf welche Features können sich Nutzer in Zukunft freuen, sind neue Funktionen in Planung?

Es wird zunächst Verbesserungen in der Handhabung der App geben. Alles soll intuitiver und schneller werden. Neue Features sind als nächstes im Bereich Anbindung der Freizeitaktivitäten der Kinder geplant.


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